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 Die Idee der Bläserklasse stammt aus Amerika, dort ist sie sehr prominent - in Deutschland wird sie noch nicht so häufig umgesetzt. Statt des normalen Musikunterrichts gehen die Mädchen und Jungen in die Bläserklasse. Sie haben eine Stunde mehr Musik als ihre Klassenkameraden. »Wir starten das Projekt in den fünften Klassen«, sagt Bernd Saure, Koordinator der Bläserklassen. Und dafür, dass die Schüler erst ein gutes Jahr das für sie einst neue Instrument spielen, ist das Ergebnis beachtlich. Ohne Probleme spielen die 24 jungen Musiker auf Tenorhorn, Posaune, Trompete, Saxophon, Klarinette, Querflöte und Schlagwerk Musikstücke aus den unterschiedlichsten Repertoires. »Bald ist mal Popmusik dran«, verrät Saure. »Super!« - die kleinen Musiker sind begeistert.
Nach den Bewegungsübungen (»Das sind Atem- und Stützübungen. Sie sind wichtig für die richtige Blas- und Atemtechnik«) stimmt Bernd Saure die Instrumente mit den Kindern. Dann beginnt die eigentliche Arbeit. Als Arbeit aber empfinden die Mädchen und Jungen den Unterricht nicht. »Das Spielen macht sehr viel Spaß. Besonders toll finde ich auch, dass die Klassengemeinschaft so gut gestärkt wird mit diesem Projekt«, sagt Jacqueline Passon. Die Zwölfjährige spielt Querflöte. Partrick Schwarze findet: »Durch die Bläserklasse kann man seine Zensuren in Musik verbessern. Außerdem lernt mal viel leichter das Notenlesen.« Der Junge spielt Posaune genauso wie sein Freund Justus Graefe. Beide wissen: »Posaune ist nicht so einfach zu spielen. Denn wenn man auch nur einen Millimeter zu stark am Posaunenzug zieht, dann kann der Ton schon ganz schön schief werden. Besonders kniffelig sind die hohen Töne.« Bevor zu Anfang der Bläserklasse jeder ein Instrument fest zugeteilt bekam, konnten die Schüler Klarinetten und Co. ausprobieren und sich später ihren Favoriten wünschen. »Wir haben versucht, möglichst alle Wünsche zu erfüllen. Allerdings steht die Zahl der verschiedene Instrumente für das sinfonische Blasorchester fest. Es kann beispielsweise nicht 13 Saxophone geben«, erklärt Saure. »Dass wir verschiedene Instrumente probieren konnten, war super. Ich habe so meins gefunden. Das Euphonium«, verrät Jon Barth und strahlt. Schon recht früh haben die Schüler ihre ersten Auftritte - wie auf dem Weihnachtsmarkt. Die Instrumente gehören der Schule. Nach dem sechsten Schuljahr, also nach zwei Jahren) endet die Bläserklasse, das Projekt soll in Form einer Schul-Bigband weitergeführt werden. Hierfür benötigen die Schüler dann ein eigenes Instrument und müssen Unterricht an der Musikschule nehmen. Artikel vom 13.01.2010 |