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Besuch aus dem Land der Inka |
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Sie schaut ihren deutschen Kollegen beim Unterricht zu, erzählt Schülern von ihrem Heimatland und nimmt an der Spanisch-AG teil: Serrano hat in zwei Wochen an der Realschule viele Eindrücke gewonnen und viele von Peru vermittelt. „Ich berichte, wie groß Peru ist, dass wir sehr gutes Essen haben und wie hoch die Arbeitslosigkeit ist“, sagt die Lehrerin. Dabei hat sie wohl kaum Probleme, sich verständlich zu machen. Serrano hat die deutschsprachige Santa Ursula-Schule in Lima besucht. Nonnen des Ursulinen-Ordens, der auch die Marienschule in Bielefeld betreibt, haben diese private Einrichtung gegründet. „Die deutsche Sprache hat mir gut gefallen und die Nonnen haben immer von Deutschland erzählt“, sagt Serrano. Als junge Frau studierte sie an der katholischen Universität Lima, um Grundschullehrerin zu werden. Ihr erster Einsatzort war ausgerechnet Santa Ursula, wo sie früher selber die Schulbank gedrückt hatte. „Die Schule gefiel mir so gut, weil es meine eigene war und ich alles kannte.“ 100 Lehrer unterrichten dort heute 1.000 Schüler. Serrano ließ auch ihre Töchter zu der Schule gehen. Am Goethe-Institut absolvierte sie eine Fortbildung, um selber Deutsch unterrichten zu können. Sie war schon zwei Mal in Deutschland: zwei Wochen in Göttingen und vier Wochen in Berlin, jeweils auf Einladung des Goethe-Institutes. Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz ermöglichte Serrano jetzt erneut einen dreiwöchigen Besuch. Dass sie nach Enger kam, war Zufall. Ihr gefällt die Stadt besser als Berlin: „Ich bin lieber in einem kleinen Ort, in großen Städten ist zu viel los.“ In Enger könne sie sich gut erholen. Für die Peruanerin ungewohnt: „Ich kann nachts über die Straße laufen, ohne Angst zu haben.“ Serrano hat durch ihren Besuch an einer deutschen Schule verstanden, warum ihre deutschen Kollegen in Lima anders unterrichten. „Deutsche Kinder sind selbstständiger als peruanische, denen man viel mehr vormachen muss.“ 45 Minuten seien in Deutschland zudem auch wirklich 45 Minuten, sagt Serrano und lacht. Das deutsche Schulsystem sieht sie kritisch: „Mir gefällt nicht, dass die Schüler schon nach der vierten Klasse auf verschiedene Schulformen verteilt werden.“ Peruanische Schüler müssen zwei Jahre zur Vor-, sechs zur Primar- und fünf zur Sekundarschule gehen. Alle Schüler lernen gemeinsam. Wenn Serrano am Sonntag wieder nach Lima fliegt, will sie ihre Schüler ermuntern, fleißig Deutsch zu lernen. Die Sprache sei zwar schwer, aber wenn man sie beherrsche, könne man über Austauschprogramme nach Deutschland fliegen. „Anders wäre das für mich nicht möglich gewesen“, sagt Serrano.
© 2009 Neue Westfälische Tageblatt für Enger und Spenge, Dienstag 24. November 2009 |